Was bedeutet Luzide Träume bei Kindern?
Luzide Träume bei Kindern bedeuten, dass ein Kind während des Träumens bemerkt: „Ich träume gerade.“ Manche Kinder können den Traum dann teilweise beeinflussen, zum Beispiel wegfliegen, eine Tür öffnen, eine Figur ansprechen oder einen Albtraum verändern. Für Eltern klingt das oft ungewöhnlich, ist aber nicht automatisch gefährlich. Entscheidend ist, wie das Kind den Traum erlebt: neugierig, spielerisch, verwirrt oder belastet. Ein luzider Traum ist kein Nachtschreck, kein Schlafwandeln und keine Diagnose. Wenn Ihr Kind erzählt, es habe im Traum gewusst, dass es träumt, können Sie ruhig reagieren, zuhören und den Traum kindgerecht einordnen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn häufige Albträume, starke Einschlafangst, Tagesbelastung oder andere Schlafprobleme dazukommen.
Was steckt hinter Luzide Träume bei Kindern?
Ein luzider Traum, auch Klartraum genannt, ist ein Traum mit einem besonderen Grad an Bewusstsein. Das Kind erlebt weiterhin eine Traumwelt, erkennt aber im Traum selbst: „Das ist nicht die echte Welt.“ Genau das meinen Eltern oft, wenn sie sagen: Mein Kind weiß im Traum, dass es träumt, mein Kind kann seine Träume steuern oder mein Kind erzählt von bewussten Träumen.
Bei Erwachsenen wird luzides Träumen häufig mit Techniken, Traumtagebüchern oder sogenannten Reality Checks verbunden. Bei Kindern sollte der Schwerpunkt jedoch anders liegen: nicht auf Training, Kontrolle oder Leistung, sondern auf Sicherheit, Beruhigung, Schlafqualität und emotionaler Einordnung. Kinderträume sind eng mit Fantasie, Tageserlebnissen, Ängsten, Entwicklungsschritten und Vorstellungskraft verbunden. Ein Kind, das bewusst träumt, muss deshalb nicht „zu viel Kontrolle“ haben und auch nicht „zu intensiv träumen“. Es kann schlicht eine lebhafte Traumwahrnehmung haben.
Wichtig ist die Unterscheidung: Klarträume bei Kindern sind Träume mit Bewusstsein. Albträume bei Kindern sind belastende Träume mit Angst, Bedrohung oder Hilflosigkeit. Nachtschreck und Schlafwandeln gehören zu den Parasomnien beziehungsweise Aufwachstörungen und laufen häufig anders ab: Das Kind wirkt wach, ist aber nicht richtig ansprechbar und erinnert sich später oft nicht oder kaum.
| Phänomen | Typisches Merkmal | Erinnerung am Morgen | Was Eltern meist beobachten |
|---|---|---|---|
| Luzider Traum | Das Kind weiß im Traum, dass es träumt | Oft vorhanden | Das Kind berichtet später bewusst vom Traum |
| Albtraum | Angst, Bedrohung, Monster, Verfolgung oder Verlust | Häufig vorhanden | Das Kind wacht auf, sucht Trost und kann erzählen |
| Nachtschreck | Schreien, starke Erregung, kaum Ansprechbarkeit | Meist keine klare Erinnerung | Das Kind wirkt wach, erkennt Eltern aber oft nicht richtig |
| Schlafwandeln | Handlungen im Schlaf, Aufstehen, Umhergehen | Meist wenig oder keine Erinnerung | Das Kind handelt automatisiert und ist nicht vollständig wach |
Psychologische Bedeutung
Psychologisch betrachtet können luzide Träume bei Kindern verschiedene Bedeutungen haben. Sie können Ausdruck einer lebhaften Fantasie sein, einer wachsenden Selbstwahrnehmung oder einer beginnenden Fähigkeit, innere Erlebnisse zu beobachten. Manche Kinder erkennen im Traum, dass etwas „komisch“ ist: ein Raum sieht anders aus, ein Tier spricht, eine bekannte Person verhält sich ungewöhnlich. Daraus kann das Bewusstsein entstehen: „Das ist ein Traum.“
Auch die kindliche Entwicklung spielt eine Rolle. Kinder lernen schrittweise, zwischen Fantasie, Spiel, Traum und Realität zu unterscheiden. In diesem Prozess kann ein bewusster Traum irritierend, aber auch faszinierend sein. Ein Kind kann erzählen: „Ich wusste, dass das Monster nicht echt ist“ oder „Ich habe im Traum entschieden, wegzufliegen.“ Für Eltern ist das ein Hinweis darauf, dass das Kind über seine inneren Bilder nachdenkt und sie sprachlich verarbeitet.
Bei belastenden Träumen kann ein luzider Moment auch eine Art innerer Bewältigungsversuch sein. Wenn ein Kind im Albtraum bemerkt, dass es träumt, kann es sich weniger ausgeliefert fühlen. Trotzdem sollten Eltern vorsichtig bleiben: Traumkontrolle bei Kindern ist nicht immer stabil. Ein Kind kann sich im Traum zwar bewusst fühlen, aber dennoch Angst haben. Deshalb ist die wichtigste Botschaft nicht „Du musst den Traum steuern“, sondern: „Du bist sicher, der Traum ist vorbei, und ich bin da.“
Symbolische Bedeutung
Symbolisch können Klarträume bei Kindern für wachsende Orientierung in der eigenen inneren Welt stehen. Ein Kind erlebt nicht nur Bilder, Figuren und Geschichten, sondern beginnt, diese im Traum teilweise zu erkennen. Das kann sinnbildlich mit Selbstvertrauen, Vorstellungskraft, Autonomie oder dem Wunsch nach Kontrolle verbunden sein.
Wenn ein Kind im Traum ein Monster kleiner macht, eine Tür öffnet oder eine gefährliche Szene verändert, kann das symbolisch für den Versuch stehen, mit Angst, Unsicherheit oder neuen Herausforderungen umzugehen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass im Alltag ein schweres Problem vorliegt. Kinder verarbeiten im Traum häufig Eindrücke aus Geschichten, Medien, Konflikten, Kita, Schule, Familie oder Freundschaften.
Bei der symbolischen Deutung ist Zurückhaltung wichtig. Ein Monster ist nicht immer ein „Zeichen“ für ein bestimmtes Problem. Ein Flugtraum ist nicht automatisch ein Ausdruck von Fluchtwunsch. Ein bewusster Traum kann schlicht bedeuten, dass das Kind eine intensive Vorstellungskraft hat und seine Traumwelt lebhaft erinnert. Sinnvoller als feste Deutungen sind offene Fragen: Was war im Traum schön? Was war unheimlich? Was hat geholfen? Was hätte das Kind gebraucht?
Spirituelle Bedeutung
Manche Familien betrachten Träume auch aus einer spirituellen oder weltanschaulichen Perspektive. In diesem Rahmen können luzide Träume bei Kindern als besondere Nähe zur Fantasie, zur inneren Wahrnehmung oder zu einer symbolischen Traumwelt verstanden werden. Solche Deutungen sollten jedoch behutsam bleiben und nicht als objektive Wahrheit dargestellt werden.
Für Kinder ist es meist hilfreicher, wenn Erwachsene nicht zu viel Bedeutung in den Traum hineinlegen. Aussagen wie „Das war eine Botschaft“ oder „Das bedeutet bestimmt etwas Schlimmes“ können Kinder verunsichern. Beruhigender ist eine offene Formulierung: „Manche Träume fühlen sich besonders an. Wir können darüber sprechen, aber du bist jetzt wach und sicher.“
Häufige Varianten
1. Das Kind weiß im Traum, dass es träumt
Dies ist die klassische Form eines luziden Traums. Das Kind erkennt während des Traums, dass die Situation nicht real ist. Es kann danach berichten: „Ich wusste, dass ich träume.“ Solche bewussten Träume bei Kindern können spontan auftreten und müssen nicht trainiert worden sein.
2. Das Kind kann im Traum handeln
Manche Kinder erzählen, dass sie im Traum bewusst weggelaufen, geflogen, gesprungen oder durch eine Tür gegangen sind. Das bedeutet nicht zwingend vollständige Traumkontrolle. Oft handelt es sich um einzelne bewusste Entscheidungen innerhalb eines weiterhin unvorhersehbaren Traums.
3. Das Kind kann einen Albtraum verändern
Wenn ein Kind sagt, es habe ein Monster verscheucht oder einen schlechten Traum umgedreht, kann das für Eltern entlastend klingen. Tatsächlich kann ein luzider Moment einem Kind helfen, sich weniger hilflos zu fühlen. Trotzdem sollte der Fokus nicht darauf liegen, dass das Kind Albträume „perfekt steuern“ muss. Wichtiger ist, dass es sich nach dem Aufwachen sicher fühlt.
4. Das Kind hat einen luziden Albtraum
Ein luzider Traum ist nicht automatisch angenehm. Ein Kind kann im Traum wissen, dass es träumt, aber trotzdem Angst haben. Ein solcher bewusster Albtraum kann besonders eindrücklich sein, weil das Kind sich erinnert und zugleich emotional belastet ist. Eltern sollten dann nicht sagen: „Du wusstest doch, dass es nur ein Traum ist.“ Besser ist: „Auch wenn man weiß, dass es ein Traum ist, kann es sich schlimm anfühlen.“
5. Das Kind verwechselt Traum und Realität
Jüngere Kinder können nach intensiven Träumen unsicher sein, ob etwas wirklich passiert ist. Das ist nicht automatisch bedenklich. Helfen Sie mit ruhiger Orientierung: „Das war im Traum. Jetzt bist du in deinem Zimmer. Schau, dein Bett, deine Lampe, dein Kuscheltier sind hier.“ So lernt das Kind, Traum und Realität sicherer zu unterscheiden.
6. Das Kind hat Angst vor dem Einschlafen
Wenn bewusste Träume oder Albträume dazu führen, dass ein Kind Angst vor dem Einschlafen entwickelt, verschiebt sich das Thema von der Traumdeutung zur Schlafbegleitung. Dann helfen verlässliche Schlafrituale, Medienreduktion am Abend, ruhige Gespräche und eine klare Botschaft: Schlaf ist sicher, und Träume können kommen und gehen.
7. Luzide Träume bei Jugendlichen
Luzide Träume bei Jugendlichen werden oft reflektierter beschrieben. Jugendliche können eher verstehen, dass ein Traum ein inneres Erlebnis ist. Gleichzeitig können Stress, Leistungsdruck, Medien, soziale Konflikte oder Angstthemen den Schlaf beeinflussen. Auch hier gilt: Neugier ist in Ordnung, aber Schlafqualität und psychische Stabilität sind wichtiger als das aktive Trainieren von Klarträumen.
8. Das Kind berichtet sehr detailreich von Träumen
Manche Kinder erinnern Träume außergewöhnlich lebendig. Das kann Eltern überraschen, ist aber nicht automatisch ein Warnzeichen. Detailreiche Kinderträume können mit Fantasie, Sprachentwicklung, emotionaler Verarbeitung und Aufmerksamkeit für innere Bilder zusammenhängen.
Warum dieses Thema gerade jetzt auftreten kann
Luzide Träume bei Kindern können in Phasen auftreten, in denen das Kind emotional, kognitiv oder sozial viel verarbeitet. Dazu gehören Schulstart, Umzug, Trennungserfahrungen, neue Geschwister, Konflikte mit Freunden, Krankheit, Medienerlebnisse, Prüfungsdruck oder Veränderungen in der Familie. Auch aufregende positive Ereignisse können Träume intensivieren.
Der Schlaf ist kein abgeschotteter Raum. Was Kinder tagsüber erleben, kann nachts in Bildern, Figuren und Geschichten wieder auftauchen. Ein Kind, das sich mit Mut, Angst, Kontrolle oder Selbstständigkeit beschäftigt, kann im Traum ähnliche Themen erleben. Wenn es im Traum weiß, dass es träumt, kann das wie ein innerer Beobachter wirken: Ein Teil des Kindes erlebt den Traum, ein anderer Teil bemerkt, dass es ein Traum ist.
Auch Albträume können vorübergehend zunehmen, wenn Kinder abends belastende Inhalte sehen, zu spät schlafen gehen, wenig Erholung haben oder vor dem Einschlafen angespannt sind. Deshalb ist eine sichere Einschlafroutine oft wirksamer als lange Erklärungen über Traumkontrolle.
Positive Deutung
Luzide Träume bei Kindern können positiv eingeordnet werden, wenn das Kind sie nicht als bedrohlich erlebt. Sie können zeigen, dass ein Kind eine lebhafte Vorstellungskraft besitzt, sich gut an Träume erinnert und innere Erlebnisse sprachlich ausdrücken kann. Manche Kinder erleben Klarträume als spannend oder stärkend.
- Selbstwirksamkeit: Das Kind erlebt, dass es in einer schwierigen Traumsituation handeln kann.
- Fantasie: Die kindliche Traumwelt ist kreativ, bildhaft und beweglich.
- Emotionale Verarbeitung: Träume können Tageserlebnisse, Wünsche und Ängste in symbolischer Form aufnehmen.
- Gesprächsanlass: Eltern erfahren, was das Kind beschäftigt, ohne den Traum vorschnell zu deuten.
- Beruhigung bei Albträumen: Manche Kinder fühlen sich sicherer, wenn sie verstehen, dass Träume nicht real sind.
Eine hilfreiche elterliche Haltung lautet: Interesse zeigen, ohne Druck aufzubauen. Sie können sagen: „Das klingt nach einem sehr lebendigen Traum. Wie hast du dich dabei gefühlt?“
Belastende oder negative Deutung
Belastend werden luzide Träume bei Kindern vor allem dann, wenn sie mit Angst, Schlafvermeidung oder wiederkehrenden Albträumen verbunden sind. Ein Kind kann im Traum wissen, dass es träumt, aber trotzdem das Gefühl haben, nicht aufwachen oder nichts verändern zu können. Das kann verunsichern.
Auch ein starker Wunsch nach Traumkontrolle kann ungünstig werden, wenn das Kind glaubt, es müsse jeden Traum beherrschen. Träume sind nicht vollständig steuerbar. Wenn Eltern zu stark betonen, ein Kind könne seine Träume kontrollieren, kann bei Misserfolg zusätzlicher Druck entstehen. Besser ist die Botschaft: „Manchmal kann man im Traum etwas verändern, manchmal nicht. Wichtig ist: Nach dem Aufwachen bist du sicher.“
Besonders aufmerksam sollten Eltern werden, wenn Albträume sehr häufig auftreten, das Kind dauerhaft Angst vor dem Schlafen hat, tagsüber stark belastet wirkt, traumatische Erlebnisse eine Rolle spielen könnten oder andere Schlafprobleme wie Schlafwandeln, Atemauffälligkeiten, starke Unruhe oder anhaltende Erschöpfung dazukommen.
Fragen zur Selbstanalyse
Diese Fragen helfen Eltern, luzide Träume bei Kindern ruhig einzuordnen, ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen:
- Erzählt mein Kind den Traum neugierig, ängstlich, verwirrt oder belastet?
- Sagt mein Kind klar, dass es im Traum wusste, dass es träumt?
- Konnte mein Kind den Traum beeinflussen oder nur beobachten?
- War der Traum angenehm, neutral oder ein Albtraum?
- Wacht mein Kind vollständig auf und sucht Trost?
- Ist mein Kind nachts ansprechbar oder wirkt es abwesend und verwirrt?
- Erinnert sich mein Kind am Morgen an das Erlebnis?
- Passieren die Episoden eher in der ersten oder zweiten Nachthälfte?
- Gibt es aktuell Stress, Veränderung, Konflikte oder Überforderung?
- Hat mein Kind in letzter Zeit belastende Medieninhalte gesehen?
- Hat mein Kind Angst vor dem Einschlafen entwickelt?
- Treten Albträume wiederholt mit ähnlichem Inhalt auf?
- Beeinträchtigt das Thema den Alltag, die Stimmung oder die Konzentration?
- Hilft Beruhigung nach dem Aufwachen gut oder bleibt die Angst lange bestehen?
- Gibt es Hinweise auf Schlafwandeln, Nachtschreck oder andere Parasomnien?
Was Sie daraus mitnehmen können
Wenn Ihr Kind von luziden Träumen erzählt, ist die beste erste Reaktion ruhig, interessiert und entdramatisierend. Viele Eltern fragen sich: Sind luzide Träume bei Kindern normal? In vielen Fällen sind bewusste Träume kein Grund zur Sorge, solange das Kind gut schläft, nicht dauerhaft belastet ist und zwischen Traum und Wirklichkeit zunehmend unterscheiden kann.
Hilfreich sind einfache, sichere Sätze:
- „Das war ein Traum, und jetzt bist du wach.“
- „Dein Körper liegt sicher im Bett.“
- „Manche Träume fühlen sich sehr echt an.“
- „Du musst den Traum nicht kontrollieren.“
- „Wir können darüber sprechen, wenn du möchtest.“
Ein Traumtagebuch für Kinder kann sinnvoll sein, wenn das Kind gern malt oder erzählt. Es sollte aber spielerisch bleiben. Bei jüngeren Kindern reicht oft ein Bild am Morgen: Was war im Traum? Was war schön? Was war unheimlich? Was hätte geholfen? Vermeiden Sie lange Traumgespräche direkt nachts, wenn das Kind dadurch wacher wird. In der Nacht steht Beruhigung im Vordergrund, am Morgen kann man sortieren.
Für die Schlafroutine sind einfache Maßnahmen oft wirksam: verlässliche Einschlafzeiten, ruhige Abendgestaltung, keine aufregenden Medien kurz vor dem Schlafen, ein vertrautes Einschlafritual, gedämpftes Licht, Kuscheltier, Vorlesen und ein kurzer Sicherheitscheck im Zimmer. Gerade bei Kinder Albträumen ist Stabilität wichtiger als komplizierte Traumtechniken.
| Situation | Hilfreiche Reaktion | Weniger hilfreich |
|---|---|---|
| Kind erzählt begeistert von Klartraum | Zuhören, Interesse zeigen, Gefühle erfragen | Überhöhen oder als besondere Fähigkeit darstellen |
| Kind hat luziden Albtraum | Angst ernst nehmen, Sicherheit geben | Sagen: „Du wusstest doch, dass es nicht echt ist“ |
| Kind will Träume steuern lernen | Schlaf und Entspannung priorisieren | Intensives Klartraumtraining fördern |
| Kind hat Angst vor Träumen | Ruhige Einschlafroutine und Trost anbieten | Lange nächtliche Analysen führen |
| Kind wirkt nachts nicht ansprechbar | Sicherheit herstellen, ruhig bleiben, beobachten | Mit Nachdruck wecken oder schütteln |
Wann Sie genauer hinschauen sollten
Die Frage Sind luzide Träume bei Kindern gefährlich? lässt sich nicht pauschal mit Ja beantworten. Ein einzelner Klartraum ist in der Regel kein Warnsignal. Genauer hinschauen sollten Sie jedoch, wenn das Traumerleben mit deutlicher Belastung verbunden ist.
Eine Abklärung beim Kinderarzt, bei einer Kinderpsychologin, einem Kinderpsychologen, einer Schlafberatung oder in spezialisierten Fällen in der Schlafmedizin kann sinnvoll sein, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Ihr Kind hat sehr häufige oder wiederkehrende Albträume.
- Ihr Kind entwickelt starke Angst vor dem Einschlafen.
- Das Kind ist tagsüber dauerhaft müde, gereizt, traurig oder unkonzentriert.
- Die Träume beziehen sich auf ein belastendes oder möglicherweise traumatisches Ereignis.
- Ihr Kind wacht nachts regelmäßig panisch auf und lässt sich kaum beruhigen.
- Es gibt Episoden mit Schreien, Umherlaufen, Nicht-Ansprechbarkeit oder fehlender Erinnerung.
- Schlafwandeln führt zu Sicherheitsrisiken.
- Sie beobachten Atempausen, starkes Schnarchen oder auffällige Bewegungen im Schlaf.
- Die Familie ist durch die Nächte dauerhaft stark belastet.
Bei Nachtschreck ist wichtig: Das Kind wirkt oft extrem aufgeregt, ist aber nicht wirklich wach. Es kann schreien, schwitzen, um sich schlagen oder abwehrend reagieren. Eltern sollten dann vor allem für Sicherheit sorgen und ruhig bleiben. Bei Albträumen hingegen ist das Kind meist wach, ansprechbar und sucht Trost. Dieser Unterschied zwischen Albtraum und Nachtschreck hilft bei der Einordnung.
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Häufige Fragen zu Luzide Träume bei Kindern
Was sind luzide Träume bei Kindern?
Luzide Träume bei Kindern sind Träume, in denen das Kind während des Träumens erkennt, dass es träumt. Manche Kinder können dann einzelne Dinge beeinflussen, etwa fliegen, weglaufen oder eine Traumfigur verändern. Nicht jeder bewusste Traum ist vollständig steuerbar.
Können Kinder luzide träumen?
Ja, Kinder können luzide träumen. Häufig berichten sie es aber nicht mit dem Begriff „luzider Traum“, sondern sagen zum Beispiel: „Ich wusste, dass ich träume“ oder „Ich konnte im Traum entscheiden, was ich mache.“
Sind luzide Träume bei Kindern normal?
Einzelne luzide Träume oder bewusste Träume bei Kindern können normal sein und sind nicht automatisch bedenklich. Entscheidend ist, ob das Kind darunter leidet, schlecht schläft, Angst vor dem Einschlafen entwickelt oder wiederkehrende Albträume hat.
Sind luzide Träume bei Kindern gefährlich?
Luzide Träume sind nicht grundsätzlich gefährlich. Problematisch kann es werden, wenn Eltern starken Druck zur Traumkontrolle aufbauen, das Kind Schlaf vermeidet oder belastende Albträume häufig auftreten. Dann sollte der Fokus auf Beruhigung, Schlafroutine und gegebenenfalls fachlicher Unterstützung liegen.
Ab welchem Alter können Kinder luzide träumen?
Ein festes Alter lässt sich nicht seriös angeben. Voraussetzung ist, dass ein Kind im Traum zumindest teilweise erkennen kann, dass die Situation nicht real ist. Diese Fähigkeit hängt mit Entwicklung, Sprache, Fantasie, Selbstwahrnehmung und Traumerinnerung zusammen.
Sollten Kinder Klarträumen lernen?
Aktives Klartraumtraining ist bei Kindern nur sehr vorsichtig zu betrachten. Für Eltern ist es meist sinnvoller, Schlafsicherheit, Einschlafrituale, Entspannung und einen ruhigen Umgang mit Träumen zu fördern. Kinder müssen ihre Träume nicht kontrollieren können, um gut zu schlafen.
Was ist der Unterschied zwischen luzidem Traum und Albtraum?
Ein luzider Traum beschreibt das Bewusstsein im Traum: Das Kind weiß, dass es träumt. Ein Albtraum beschreibt den belastenden Inhalt: Angst, Bedrohung oder Hilflosigkeit. Beides kann sich überschneiden, wenn ein Kind einen luziden Albtraum erlebt.
Was ist der Unterschied zwischen Albtraum und Nachtschreck?
Bei einem Albtraum wacht das Kind meist auf, ist ansprechbar und kann oft erzählen, was passiert ist. Beim Nachtschreck wirkt das Kind zwar wach und stark verängstigt, ist aber häufig nicht richtig ansprechbar und erinnert sich später kaum oder gar nicht.
Was tun, wenn mein Kind Angst vor Träumen hat?
Bleiben Sie ruhig, geben Sie körperliche und sprachliche Sicherheit und vermeiden Sie Druck. Ein verlässliches Einschlafritual, weniger aufregende Medien am Abend, ein Nachtlicht und kurze beruhigende Sätze helfen oft. Wenn die Angst anhält oder der Alltag belastet ist, ist fachlicher Rat sinnvoll.
Wann sind Albträume bei Kindern bedenklich?
Albträume sollten genauer eingeordnet werden, wenn sie sehr häufig auftreten, das Kind stark belasten, Einschlafangst entsteht, traumatische Erlebnisse möglich sind oder zusätzliche Schlafprobleme wie Nachtschreck, Schlafwandeln, starke Tagesmüdigkeit oder Atemauffälligkeiten auftreten.